Recherche & Ideenfindung
15 Min. LesezeitWettbewerbsanalyse für Ecommerce-SEO
Deine SEO-Konkurrenten sind nicht dasselbe wie deine Geschäftskonkurrenten. Diesen Unterschied zu verstehen, und zu wissen, wie man analysiert, was bei denen funktioniert, die über dir ranken, gehört zum Produktivsten, was du im Ecommerce-SEO tun kannst.
In this guide
SEO-Konkurrenten vs. Geschäftskonkurrenten
Deine Geschäftskonkurrenten sind die Marken, an die du Verkäufe verlierst. Deine SEO-Konkurrenten sind alle, die für deine Keywords ranken, und das sind oft völlig unterschiedliche Listen. Ein Medienverlag, der eine "beste [dein Produkt]"-Übersicht betreibt, ist ein SEO-Konkurrent, auch wenn er nichts verkauft. Eine Affiliate-Vergleichssite, die drei Plätze auf Seite eins für deine Kategoriebegriffe belegt, ist ein SEO-Konkurrent. Du musst sie bei Google schlagen, bevor du dir Sorgen machst, sie beim Umsatz zu übertreffen.
Dieser Unterschied ist wichtig für die Herangehensweise. Bei einem Geschäftskonkurrenten schaust du auf Preise, Sortiment und Marke. Bei einem SEO-Konkurrenten schaust du auf sein Backlink-Profil, die Inhaltsstruktur und die spezifischen Keywords, die seinen organischen Traffic antreiben. Die Fragen sind völlig verschieden.
Schnelle SEO-Konkurrenten-Prüfung
Suche nach deinen fünf wichtigsten Produktkategorie-Keywords. Notiere, wer für jedes in den Positionen 1–5 erscheint. Wenn dieselben drei bis vier Domains konstant auftauchen, sind das deine echten SEO-Konkurrenten, egal ob du sie je als Konkurrenz betrachtet hast.
SEO-Konkurrenten gezielt finden
Manuelle SERP-Prüfungen eignen sich für eine erste Liste, skalieren aber nicht. Für ein vollständiges Bild nutze den Ahrefs "Competing Domains"-Bericht (unter Site Explorer) oder SEMrush "Organic Competitors". Gib deine Domain ein, und beide Tools zeigen dir, welche anderen Seiten für dieselben Keywords ranken wie du — sortiert nach dem Grad der Überschneidung.
Was du suchst: Domains mit hoher Keyword-Überschneidung und organischem Traffic deutlich über deinem. Das sind die Seiten, deren Strategien es sich lohnt zu reverse-engineern. Eine Domain, die für 80% deiner Keywords rankt, aber das 3-fache deines Traffics generiert, macht irgendetwas anders — bei Content, Links oder beidem.
- —Ahrefs Site Explorer → Competing Domains: zeigt Überschneidung nach gemeinsamer Keyword-Anzahl
- —SEMrush Organic Research → Competitors: ähnliche Ansicht mit Positionsverteilung
- —Manuelle SERP-Prüfungen für deine 10 wichtigsten Keywords: schnell, kostenlos, zeigt wer heute tatsächlich dort ist
- —Über direkte Retailer hinausschauen — Publisher, Affiliate-Sites und Marktplätze dominieren oft Kategoriebegriffe
Beschränke die Konkurrenzrecherche nicht auf 2–3 Anbieter. Erstelle eine Liste von 8–10 und gruppiere sie: direkte Retail-Konkurrenten, Medien-/Redaktionsseiten, Affiliate-Aggregatoren. Du brauchst für jeden Typ unterschiedliche Strategien.
Keyword-Gap-Analyse
Eine Keyword-Gap-Analyse beantwortet eine Frage: Für welche Keywords ranken deine Konkurrenten, du aber nicht? In Ahrefs ist das das "Content Gap"-Tool unter Site Explorer. Gib deine Domain plus 2–4 Konkurrenten ein, und es zeigt Keywords, für die sie ranken und du nicht. In SEMrush heißt es "Keyword Gap". Führe das mindestens einmal pro Quartal durch.
Filtere die Ausgabe konsequent. Dich interessiert nicht jedes Keyword, für das ein Konkurrent rankt, nur jene mit Kaufabsicht und realistischem Traffic-Potenzial. Filtere nach Suchvolumen über 100, Keyword-Schwierigkeit unter 40 und Wörtern mit kommerziellen Modifikatoren wie "kaufen", "günstig", "Bewertung" oder "beste". Was übrig bleibt, ist deine echte Chancenliste.
Content-Gap: Fehlende Seiten
Keyword-Gaps zeigen dir, welche Begriffe du targetieren solltest. Content-Gaps zeigen dir, welche ganzen Seiten oder Abschnitte dir fehlen. Rufe in Ahrefs oder SEMrush die Top-Seiten eines Konkurrenten nach organischem Traffic ab. Arbeite die Top 30 durch. Frage für jede Seite: Haben wir etwas Gleichwertiges? Falls nicht, ist das ein Content-Gap.
Häufige Content-Gaps bei Ecommerce-Shops: Unterkategorie-Seiten, die sie haben und du nicht ("wasserdichte Herren-Wanderschuhe" gegenüber deiner allgemeinen "Wanderschuhe"-Seite), Vergleichs- oder "Beste"-Inhalte ("beste Trailschuhe unter 100 €"), Größen- oder Spezifikationsratgeber und Marke-versus-Marke-Seiten ("Nike vs. Adidas Laufschuhe"). Diese Seiten generieren enormen Long-Tail-Traffic und sind oft reine Kaufabsichts-Suchanfragen.
Content-Gaps sind schnellere Gewinne als Linkaufbau
Eine fehlende Unterkategorie-Seite zu erstellen, für die ein Konkurrent gut rankt, erfordert keine Outreach-Aktionen, kein Budget für Links und rankt oft innerhalb von 3–6 Monaten, wenn deine Domain eine gewisse Autorität hat. Das ist eine der am meisten unterschätzten Ecommerce-SEO-Taktiken.
Schau dir beim Durchsehen der Top-Seiten von Konkurrenten auch deren interne Verlinkung an. Worauf verlinken sie von hoch-frequentierten Seiten? Das zeigt dir, was sie als ihre wichtigsten Seiten betrachten, und genau diese Seiten lohnt es sich, genau zu studieren.
Backlink-Gap: Verpasste Link-Chancen
Backlinks sind nach wie vor einer der stärksten Ranking-Faktoren für kompetitive Ecommerce-Begriffe. Der Backlink-Gap ist einfach: Welche hochwertigen Seiten verlinken auf deine Konkurrenten, aber nicht auf dich? Diese Seiten haben bereits gezeigt, dass sie bereit sind, auf ein Unternehmen in deinem Bereich zu verlinken. Bessere Outreach-Ziele gibt es nicht.
In Ahrefs nutze das "Link Intersect"-Tool (unter "Mehr" in Site Explorer). Gib deine Domain und 3–5 Konkurrenten ein. Das Tool zeigt verweisende Domains, die auf Konkurrenten verlinken, aber nicht auf dich. Sortiere nach Domain Rating (DR) absteigend. Konzentriere dich auf Seiten mit DR 40+, denn das sind die Links, die Rankings tatsächlich bewegen.
- —Ahrefs Link Intersect: bestes Tool, um Seiten zu finden, die auf Konkurrenten, aber nicht auf dich verlinken
- —SEMrush Backlink Gap: gleichwertiges Feature mit leicht anderem Interface
- —Priorisiere verweisende Domains mit DR 40+, denn darunter ist die Link-Equity marginal
- —Gruppiere Ziele nach Typ: redaktionelle Coverage, Roundup-Beiträge, Ressourcenseiten, Branchenverzeichnisse
- —Finde für jede Zielseite die spezifische Seite, die auf deinen Konkurrenten verlinkt, und verstehe warum
Links ohne Grund passieren nicht
Bevor du eine Seite anschreibst, die auf einen Konkurrenten verlinkt, beantworte: Warum sollten sie auf dich verlinken? Du brauchst ein spezifisches Asset: eine Datenstudie, ein Tool, einen gründlichen Leitfaden oder ein vorstellungswürdiges Produkt. Ohne eines davon wird dein Outreach ignoriert.
SERP-Feature-Gaps
Googles Suchergebnisseiten sehen ganz anders aus als noch vor fünf Jahren. Neben den normalen blauen Links gibt es Featured Snippets, Bild-Karussells, Shopping-Ergebnisse, Video-Boxen, "Andere Nutzer fragten auch" und lokale Packs. Jedes davon ist eine Ranking-Chance, und bei den meisten Ecommerce-Shops sind SERP-Features kaum optimiert.
Prüfe, welche SERP-Features deine Konkurrenten besitzen. Wenn ein Konkurrent den Featured Snippet für "wie reinige ich Wanderschuhe" besitzt und du Wanderschuhe verkaufst, treibt dieser Snippet warmen Traffic auf seinen Content, und von dort potenziell auf seine Produkte. Featured Snippets gehen meist an Seiten mit klaren, prägnanten Antworten, die in Listen oder kurzen Absätzen strukturiert sind. Formatiere deinen bestehenden Content um, um um diese zu konkurrieren.
- —Featured Snippets: relevante Blog- und Leitfaden-Inhalte mit klaren H2/H3-Fragen und prägnanten Antworten neu formatieren
- —Shopping-Ergebnisse: sicherstellen, dass Produkt-Feeds korrekt in Google Merchant Center eingerichtet sind
- —Bild-Karussells: Alt-Text und Dateinamen von Produktbildern für relevante Suchbegriffe optimieren
- —"Andere Nutzer fragten auch": FAQ-Bereiche auf Kategorieseiten für häufige Fragen in deiner Nische erstellen
- —Video-Ergebnisse: kurze Produktdemos oder How-to-Videos für hoch-frequentierte informationelle Begriffe erwägen
Analyse in einen priorisierten Aktionsplan umwandeln
Wettbewerbsanalyse ist leicht zu ertrinken. Du kannst Wochen damit verbringen, Daten zu sammeln, und am Ende mit einem 500-Zeilen-Spreadsheet dastehen, auf das niemand reagiert. Die Disziplin liegt darin, zu entscheiden, was du nicht verfolgst. Jede Erkenntnis sollte nach Traffic-Potenzial und Aufwand bewertet und dann in eine Warteschlange gestellt werden.
Die praktische Regel: Wähle deine Top-3-Content-Gaps und Top-3-Link-Chancen aus und arbeite 60 Tage lang ausschließlich an diesen, bevor du alles neu bewertest. Dieser Fokus liefert Ergebnisse, die ein breiter, ungerichteter Durchlauf durch Competitor-Daten nicht liefert. Drei gut ausgeführte Content-Pieces und drei Qualitäts-Links übertreffen zwanzig mittelmäßige Versuche jedes Mal.
Richte in Ahrefs oder SEMrush Position-Tracking für die Top-20-Keywords ein, die du in deiner Gap-Analyse identifiziert hast. Diese Rankings über 3–6 Monate zu beobachten (oder nicht) ist die einzige ehrliche Rückkopplungsschleife, ob deine Strategie funktioniert.
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