Off-Page-SEO
10 Min. LesezeitOff-Page-SEO-Audit für Ecommerce
Ihr Backlink-Profil beeinflusst Ihre Rankings gerade jetzt — positiv oder negativ. Dieser Leitfaden zeigt, wie man es prüft: toxische Links identifizieren, Ankertextverteilung analysieren, Wettbewerber vergleichen und lohnende Linkchancen finden.
In this guide
Was ein Off-Page-Audit tatsächlich umfasst
Ein Off-Page-Audit ist eine vollständige Analyse deines Backlink-Profils. Das bedeutet: Anzahl der Links zählen, einzigartige Domains ermitteln, die Qualität dieser Domains bewerten, die Anchor-Text-Verteilung prüfen und alles mit den stärksten Wettbewerbern vergleichen. Es geht nicht darum, einer Zahl hinterherzujagen, sondern zu verstehen, ob dein Link-Profil deine Rankings stützt oder schadet.
Die meisten Ecommerce-Shops haben ein unübersichtliches Backlink-Profil: einige starke redaktionelle Links, ein Haufen Directory-Einträge aus dem Jahr 2014 und ein paar zufällige Foren. Der Audit schafft Klarheit, damit du fundierte Entscheidungen treffen kannst statt zu raten.
Mit dem richtigen Umfang starten
Führe den Audit auf Root-Domain-Ebene durch, nicht nur für die Startseite. Ecommerce-Shops gewinnen und verlieren Links über Hunderte von Produkt- und Kategorie-URLs. Wer nur die Startseite auditiert, bekommt ein verzerrtes Bild.
Backlink-Daten abrufen
Nutze Ahrefs Site Explorer oder SEMrush Backlink Analytics, um deine vollständige Liste der verweisenden Domains abzurufen. Beide Tools liefern ähnliche Daten, nimm also das, zu dem dein Team bereits Zugang hat. Exportiere die komplette Referring-Domains-Liste (nicht nur Backlinks; verweisende Domains sind die sauberere Kennzahl). Öffne die Datei in Google Sheets.
In Ahrefs: Site Explorer → Referring Domains → CSV-Export. Filtere zuerst nach 'dofollow', um dich auf autorität-übertragende Links zu konzentrieren. Sortiere absteigend nach Domain Rating, um die stärksten Links oben zu sehen.
Suche im Export nach Mustern. Kommen die meisten Links von einer oder zwei Domains? Das ist Linkonzentrationsrisiko. Gibt es Cluster von Domains mit nahezu identischen Namen oder Strukturen? Das ist ein Footprint, oft von einem Private Blog Network oder einem einzelnen Linkverkäufer. Beides ist nicht gesund.
- —Gesamtzahl der verweisenden Domains (einzigartige Root-Domains)
- —Aufteilung Dofollow vs. Nofollow
- —Verteilung nach Domain Rating / Domain Authority
- —Herkunftsländer der verweisenden Domains
- —Erstgesehen-Datum (Linkgeschwindigkeit über die Zeit)
- —Meist verlinkte Seiten auf deiner Website
Qualitätssignale: Worauf du wirklich achten musst
Nicht alle Links sind gleich. Ein einziger Link von einer großen Handelspublikation ist mehr wert als 500 Links aus minderwertigen Verzeichnissen. Schau dir diese Signale zusammen an, denn keine einzelne Kennzahl erzählt die ganze Geschichte.
- —Domain Rating (DR) oder Domain Authority (DA): Strebe eine gesunde Mischung an, nicht nur niedrig-DR-Links. Keine Links über DR 30 zu haben ist ein Problem.
- —Thematische Relevanz: Links aus Ecommerce, Einzelhandel, Branche oder Produktrezensionsseiten haben mehr Gewicht als Links aus völlig fremden Nischen.
- —Dofollow-Anteil: Ein Profil mit 95 % Nofollow-Links überträgt kaum Autorität. Etwas Nofollow ist normal, aber die meisten autoritätsübertragenden Links sollten Dofollow sein.
- —Alter der verweisenden Domains: Etablierte Domains, die seit 2+ Jahren auf dich verlinken, sind stabilere Signale als Links von letzten Monat registrierten Domains.
- —Link-Platzierung: Redaktionelle Links im Fließtext übertreffen Footer-Links und Sidebar-Widgets.
Relevanz schlägt reinen DR-Wert
Ein DR-40-Link von einem spezialisierten Schuhblog ist für einen Schuhshop nützlicher als ein DR-70-Link von einem generischen Coupon-Aggregator. Googles Systeme verstehen thematischen Kontext. Baue Links dort auf, wo deine Zielgruppe tatsächlich liest, nicht nur dort, wo der DR hoch ist.
Toxische Links: Wie viel Sorgen sind berechtigt?
Toxische Links kommen von offensichtlichen Spam-Domains: Link-Farmen, reinem Directory-Spam, irrelevanten Websites in fremden Sprachen, die en masse hinzugefügt wurden, oder Seiten, die ausschließlich Links verkaufen. Sie tauchen in deinem Profil als niedrig-DR, thematisch unpassend und oft mit keyword-overloadeten Anchors auf.
Hier die ehrliche Einschätzung: Google ignoriert diese Links viel besser als früher. Du musst nicht jeden minderwertigen Link disavowen. Das Disavow-Tool ist für echte Penalty-Situationen gedacht. Wenn du einen plötzlichen, unerklärlichen Rankingverlust siehst, der mit einem Spike toxischer Link-Akquise zusammenfällt, lohnt sich die Untersuchung. Ansonsten: Stecke deine Stunden lieber in guten Linkaufbau, als sie im Disavow-Tool zu verschwenden.
In Ahrefs: 'Link Intersect'-Tool nutzen, ergänzt durch Screaming Frogs Log-File-Analyzer. Screaming Frog zeigt dir, welche URLs Google tatsächlich crawlt. Wenn Google die toxischen Links ignoriert (sie tauchen nicht in deinen Crawl-Logs auf), beeinflussen sie dich wahrscheinlich nicht.
Anchor-Text: Die Verteilung lesen
Anchor-Text ist eines der deutlichsten Signale in deinem Backlink-Profil. Ein natürliches Profil enthält hauptsächlich Marken-Anchors (dein Shop-Name), nackte URLs und generische Begriffe wie 'hier klicken' oder 'zur Website'. Ein kleiner Anteil, typischerweise unter 10 %, sollten keyword-reiche Anchors sein. Wenn du über 30 % exakte Keyword-Anchors hinausgehst, ist das eine rote Flagge, die Googles Algorithmen bemerken werden.
- —Marken-Anchors (dein Shop-Name, Markenvarianten): sollte die größte Gruppe sein
- —Nackte URL-Anchors (deinshop.de, www.deinshop.de): normal und gesund
- —Generische Anchors ('hier', 'klicken', 'diese Seite', 'weiterlesen'): in natürlichen Profilen erwartet
- —Keyword-Anchors ('rote Schuhe kaufen', 'günstige Laufschuhe'): unter 10–15 % halten
- —Exakte Keyword-Anchors (gleiche Phrase über viele Links hinweg): über 30 % ist eine Gefahrenzone
- —Bild-Anchors (Alt-Text als Anchor): separat extrahieren und Alt-Text auditieren
Manipulierte Anchors sind ein Muster, kein einzelner Link
Ein oder zwei exakte Keyword-Links von Qualitätsseiten schaden dir nicht. Das Problem entsteht, wenn du 40 Links von 40 verschiedenen minderwertigen Domains hast, die alle auf dieselbe Seite mit demselben Keyword-Anchor zeigen. Das sieht nach einer bezahlten Linkkampagne aus, nicht nach natürlicher redaktioneller Verlinkung.
Competitor-Gap-Analyse und Link-Velocity
Hole dir die verweisenden Domains deiner Top-3-Wettbewerber in der organischen Suche. In Ahrefs nutze das Link-Intersect-Tool: gib deine Domain und die deiner Wettbewerber ein, filtere dann nach Domains, die auf sie, aber nicht auf dich verlinken. Diese Liste ist dein bester Ausgangspunkt für Linkaufbau. Diese Seiten verlinken bereits auf Businesses wie deins. Das sind vorqualifizierte Prospects.
Link-Velocity beschreibt, wie sich die Anzahl deiner verweisenden Domains über die Zeit verändert. Eine gleichbleibende oder wachsende Zahl ist gesund. Ein stetiger Rückgang ohne entsprechend neue eingehende Domains bedeutet, dass du Boden verlierst. Das passiert häufig bei Ecommerce-Shops, die eine kurze Linkaufbau-Phase hatten und dann aufgehört haben. Links aus Blogposts verschwinden, wenn diese Posts aktualisiert oder gelöscht werden. Ohne Pflege schrumpft dein Profil.
In Ahrefs: Unter Site Explorer das Chart 'New and Lost Referring Domains' prüfen. Verlierst du 10–20 Domains pro Monat und gewinnst 2–3 dazu, ist das ein Nettoverlust-Problem. Rechne das in deine Linkaufbau-Ziele ein, denn du musst erst schneller werden als dein Verlust, bevor du wachsen kannst.
Sobald dein Audit abgeschlossen ist, fließen die Erkenntnisse direkt in die Aufgabenplanung. Der Off-Page-Audit zeigt dir, wo du stehst. Der Aufgabenplan entscheidet, was du dagegen tust. Wie du diese Arbeit strukturierst, erklärt /guides/task-planning. Konkrete Taktiken zum Schließen der Wettbewerberlücke findest du unter /guides/link-building-tactics.
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